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27.06.2012

Burnout birgt Gefahr gesundheitlicher Schäden

Warnsignale ernst nehmen

Mehr und mehr Menschen in Deutschland sind den hohen Erwartungen in Beruf und Privatleben nicht mehr gewachsen und leiden unter einer chronischen Erschöpfung. Sie fühlen sich, als hätte ihnen jemand jegliche Energie gekappt. „Ausgebrannt“, eine Gesundheitsstörung, die wir unter dem englischen Begriff Burnout kennen.

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Artikelbild: Warnsignale ernst nehmen Ausgebrannt Bild: Fotolia / RRF

Diese Krankheit befällt Betroffene nicht einfach wie eine Erkältung, sondern entwickelt sich häufig schleichend über lange Zeiträume. Die deutlichen Signale des Körpers werden dabei meistens zunächst nicht richtig gedeutet: „Wer ständig unter Schlafstörungen, Grübelneigungen, Antriebslosigkeit, innerer Unruhe oder gar Tinnitus, Herzrasen oder Kopf- und Rückenschmerzen leidet, sollte dies nicht ignorieren, sondern dringend seinen Hausarzt konsultieren. Dieser sollte zeitnah – sofern keine körperlichen Ursachen vorliegen – an einen Psychiater oder Neurologen überweisen, bevor der dauerhafte Stress schwere psychische und psychosomatische Beschwerden auslöst“, rät deshalb Kristina Soldo, Diplom-Psychologin vom TÜ Rheinland.

Übermäßiges Engagement

Wer die Diagnose Burnout erhält, hat sich einmal für eine Sache, meist seine Arbeit, überdurchschnittlich stark engagiert, sprichwörtlich für sie „gebrannt“. Auch andauernde Überbelastung im privaten Umfeld, wie alleinerziehend zu sein oder zu pflegende Familienangehörige, können zum Burnout führen.

Zu den typischen Faktoren wie erhöhten Qualifikationsanforderungen, permanenter Verfügbarkeit, Konkurrenzdruck, Angst um den Arbeitsplatz und Stress im Arbeitsalltag kommen bei Burnout häufig zudem persönliche Probleme hinzu.

Rechtzeitig reagieren

Doch dazu muss es gar nicht erst kommen. Wer Unzufriedenheit spürt, sollte für sich drei Fragen klären: Wer bin ich? Was will ich erreichen? Und wie schaffe ich das? „Die erste Frage zielt auf die eigenen Stärken ab, die zweite auf die eigenen Prinzipien und Werte und die dritte darauf, ob ich das selbst gesteckte Ziel unter den gegebenen Voraussetzungen überhaupt erreichen kann und möchte“, betont Kristina Soldo.

Weiterhin kommt es zur Vorbeugung von Burnout auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen zum Beispiel einer hohen Arbeitsbelastung und der Ressourcenaktivierung als Entlastung an: der so genannten Work-Life-Balance. „Dazu gehört zum Beispiel, auch einmal Nein zu sagen, eigene Grenzen zu erkennen, Feedback einzuholen, sich öfter bei der Gartenarbeit, beim Wandern, Sport oder Lesen zu entspannen und einfach einmal vollständig abzuschalten“, empfiehlt die Expertin Kristina Soldo. PR/hoe

27.06.2012 - 08:30 Uhr
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